Glockenbach
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Glockenbach

Straßenschild Glockenbach

Straßenschild Glockenbach

Viele Menschen, die das Glockenbach bewusst zu einem Ort des sub- und gegenkulturellen Nebeneinanders gemacht haben, sind verdrängt. Und damit ging natürlich einiges an Charme flöten, von dessen Ruf das Viertel bis heute zehrt. Diese Entwicklung ist nicht umkehrbar. Auch wenn sie traurig ist; aller Tage Abend haben wir noch lange nicht. Zunächst mal Obacht. Was bringt denn eigentlich der pauschale Grant auf zugroaste KostümträgerInnen, Latte Macchiato trinkende Bugaboo-Fahrgemeinschaften und unpolitische Partyhipster im Kampf gegen die zunehmende Entmietung? Jene, die das überteuerte Wohnungsangebot annehmen, treiben die Spirale zwar weiter, sind aber nicht schuld daran. Und auch wer Kohle hat, kann sich mit uns allen einsetzen für ein aktives Mitgestalten und Mitreden über das, was mit unserer Stadt passiert. Und dafür, dass dem Glockenbachviertel die bunte Lebensfreude und Gelassenheit erhalten bleibt. Die einzelnen Stadtviertel sollen ihre Unterschiedlichkeit behalten. Aber auch für diejenigen mit weniger Geld muss die Teilnahme an dieser Atmosphäre erschwinglich bleiben. Wir können nicht hinnehmen, dass immer mehr alteingesessene MieterInnen zum Auszug gezwungen werden. Kritik an Gentrifizierung ist immer auch Kapitalismuskritik. Was nicht heißt, dass nur AntikapitalistInnen sich für den Erhalt von stadtteilprägender Architektur und sozialer Zusammensetzung einsetzen sollten und können. Es geht um die Frage, wie wir (miteinander und anonym) leben wollen. Und vor allem: wie wir das gestalten und beeinflussen können.
Es tut sich was im Glockenbach. Betroffene schließen sich zu MieterInnen-Initiativen zusammen. Politisch, sozial, ökologisch motivierte Gruppen und Individuen vernetzen sich. Bolzplatz und Müllerstraße 2-4 genießen viel Aufmerksamkeit und Unterstützung. Mehr und mehr kommen darauf, dass es nicht egal ist, wie ihr Viertel aussieht und wie viel der Lebensunterhalt kostet.